Tuesday, April 21, 2015

Eine realistische Ethik - Für Werturteile in der Wissenschaft und eine Verwissenschaftlichung von Politik?

Vortrag und Diskussion (KüfA + Bar)

Dienstag, 28.04.2015 – 20 Uhr
JUP, Florastr.84, 13187 Berlin – Zugang übers Café

Wie immer werden wir uns in aller Kürze mit einem furchtbar großen Thema beschäftigen - diesmal mit der Frage nach einer realistischen Moral/Ethik als Grundlage für emanzipatorisches Denken und Handeln. Es geht aber zunächst nur darum, gute Argumente für Werturteile (Parteilichkeit) in der Wissenschaft vorzustellen. Dafür nutzen wir im wesentlichen 2 Texte. Der Erste Text ist von einem jungen kritischen Philosophen und Sozialtheoriker, Urs Lindner: Er wählt einen realistischen Zugang zu Werturteilen in kritischer Sozialtheorie über Karl Marx’ Kritik an der bürgerlichen Sozialtheorie und den kapitalistischen Verhältnissen. Darauf werden wir noch einmal Mario Bunges Argumente hören, inwiefern bestimmte ethische Prinzipien wissenschaftlich begründet, also mit dem Anspruch auf universelle Gültigkeit formuliert werden können. Nach Bunge ist eine Verwissenschaftlichung der Politik realistisch und notwendig - ein paar wichtige Kritikpunkte daran liegen auf der Hand und werden auch vorgestellt. Vorschläge zur Diskussion wären also die Fragen, nach der Stichhaltigkeit der Argumente, bzw. wie tauglich diese beiden Zugänge für Alltag und Politik sind.

- Bunge, Mario A. (2006) Chasing Reality: Strive over Realism. University of Toronto Press
- Lindner, Urs (2011) Epistemologie, Wissenschaft und Ethik. Zum Kritikbegriff der marxschen Kritik der politischen Ökonomie. In: Ellmers/Elbe (Hg.) Die Moral in der Kritik – Ethik als Grundlage und Gegenstand kritischer Gesellschaftstheorie. Suhrkamp

Wenn die Zeit reicht wird auch kurz ein sehr neues Buch empfohlen, in dem auf Grundlage von wissenschaftlich begründeten Werturteilen ein globales politisches Projekt (re-) formuliert wird. J.D.Ingram kritisiert und diskutiert dazu kosmopolitische Ideen, und versucht diese Ideen auf realistische Füße zu stellen. Das bedeutet insbesondere Macht/Herrschaft, bzw. Konflikte und partikulare Interessen dabei zu berücksichtigen.

- James D. Ingram (2013) Radical Cosmopolitics – The Ethics and Politics of Democratic Universalism. Columbia University Press